Häuser

Mittwoch, 8. Juni 2016

Wärmebild-Interpretationen

Nachtrag zum Beitrag vom 14. März 2016
Im März 2016 hatten ca. 50 Nachbarn der Siedlungen Eichkamp und Heerstraße Wärmebildfotos anfertigen lassen. Der Arbeitskreis Energie Eichkamp-Heerstraße hatte hierfür ein günstiges Angebot der GASAG ausgehandelt. Auf einer Veranstaltung am 21. März 2016 waren dann von Herrn Andreas Jarfe (GASAG) Erläuterungen zur Thermografie gegeben worden.
Schnell ist man geneigt, mit der thermographischen Aufnahme die energetische Situation der äußeren Hülle des Hauses als geklärt zu akzeptieren. Im Wärmebild unten sind die errechnete Wärmedurchlasswiderstände, die sogenannten U-Wert (in W/m²K), zu den Bauteilen eingetragen. Und in der Tat zeigen sich wichtige Analogien von Farben und bauphysikalischen Werten:
• 1,4 bis 1,55 W/m³K steht für die teils zweischalige (mit einer Hohlschicht), teils durchgemauert Außenwand mit einem angenommenen spezifischen Gewicht der Vollziegel von 1.600 kg/m³. Würde der von der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschriebene Wert von 0,24 bei dem Mauerwerk eingehalten werden, wäre hier mit einer blauen Farbe zu rechnen.
• 1,7 gibt den Wert für drei im Jahr 1996 eingebaute Zweifach-Isolierglasfenster und die Eingangstür an. Das Glas des vierten Fenster links (X) wurde später ersetzt, offensichtlich mit einem höherwertigen Wärmeschutzglas.
• Y Das Kastendoppelfenster hat außen eine in Blei gefasste kleinteilige Verglasung und ist damit energetisch sehr ungünstig ebenso wie die Einfachverglasungen (4,6) neben der Eingangstür.
• 1,1 ist der U-Wert des Gaubenfensters in blau. Es wurde 2006 eingebaut.
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Abb. 1 Haus mit zweischaligen Außenwänden ohne Kerndämmung

Aber da sind auch Stellen, die leicht fehlinterpretiert werden können. Im Folgenden wird auf der Grundlage eines Artikel in der Internet-Zeitschrift Gebäude Energie Berater (GEB), 'Farben richtig sehen', auf einige Schwachstellen aufmerksam gemacht.
• „Dächer können jedoch nur eingeschränkt mit entsprechender perspektivischer Verzerrung beurteilt werden. Zudem wird die kalte Himmelsstrahlung, die an klaren Nächten sogar weit unter -40°C betragen kann, an der Oberfläche von Dächern und Fenstern reflektiert. Diese erscheinen dann im Wärmebild deutlich kälter als sie tatsächlich sind – die Messwerte können erheblich verfälscht werden.“ Deutlich wird dies am Dachschrägenfenster 2,6 Velux. Hier wäre eine Einfärbung in gelb bis rot zu erwarten.
• „So sind beispielsweise hinterlüftete Fassaden grundsätzlich nur von innen …. zu thermografieren.“ Die Front- und Seitenfassade der Gaube zeigt blaue Farbe für kalt, was gute Wärmedämmung vermuten lässt. Die Front- und Seitenwand ist jedoch gar nicht gedämmt. Der errechnete U-Wert beträgt 1,45. Die Front- und Seitenwand hat eine Eternit-Verkleidung auf Holzlatten, das heißt die Fassade ist mit Außenluft hinterlüftet. Die Hinterlüftung wirkt wie ein Kamin und befördert die von innen durch die Wand dringende Wärme nach oben in den Dachraum oder direkt nach außen und kühlt zugleich die Eternitverkleidung.
Das Dach im Bereich des ausgebaute Dachgeschosses ist gedämmt, U-Wert 0,37. Da aber unter den Ziegeln vor der Dämmung ebenfalls eine Außenluft-Hinterlüftung ist, hat hier das Wärmebild auch von daher keine Aussagekraft. Bleibt immerhin zu bemerken, dass die Hinterlüftungen im Sommer einen Hitzeschutz bildet.
Die Fensterläden sind wegen ihrer Hinterlüftung auch nicht als Wärmedämmung einzustufen.
Eine verlässliche Bewertung einer Fassaden mit Efeu-Bewuchs wird wohl auch erst anhand einer Innenthermografie möglich sein.
• „Geometrisch bedingte Wärmebrücken, wie Innenecken, deren wärmeabstrahlende Fläche kleiner als die wärmeaufnehmende ist (bei Außenecken ist es umgekehrt), werden als Bauschäden interpretiert“. Auf dem Beispielwärmebild ist die warme „Innenecke“, die vom angrenzenden, zurückspringenden Nachbargebäude gebildet wird, deutlich zu erkennen.
• „Wärmestau an Dachüberständen“. In unserem Beispiel ist ein Wärmestau schwach im Firstbereich zu erkennen: Der obere Bereich des Daches, das Spitzdach, ist nicht gedämmt und nicht geheizt, ist also durchgekühlt und zeigt blaue Farbe. Der Firstbereich ist in hellerem Blau zu sehen (besser noch auf Wärmebildern der Rückfassade des Hauses). Üblicherweise, so auch hier, sind 50 bis 70 cm unterhalb des Dachfirsts Lüftungsziegel eingebaut. So sammelt sich oberhalb der Lüftungsziegel unter dem First wärmere Luft, was darauf schließen lässt, dass die oberste Geschossdecke, hier die Decke zwischen Dachgeschoss und Spitzboden, nicht ausreichend gedämmt ist, was in diesem Fall auch zutrifft.
Alle Zitate siehe: http://www.geb-info.de/GEB-2009-2/Farben-richtig-sehen,QUlEPTIzNjc4MCZNSUQ9MTA1MzY2.html
Um Fehlinterpretationen zu vermeiden und vollen Nutzen aus den Bildern zu ziehen, sollte auf den Rat eines Sachverständigen nicht verzichtet werden.
Im Artikel „Wärmedämmung der Fassaden in der Siedlung Heerstraße“ vom 20. April 2016 in diesem Blog ist auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht worden, die Wärmedämmung der Siedlungshäuser durch Verfüllen der inneren Hohlschicht mit Dämmstoffen zu verbessern (Fachbegriff Kerndämmung). Der Abb. 1 mit dem Wärmebild eines Hauses ohne Kerndämmung ist in Abb. 2 das Wärmebild eines Hauses mit Kerndämmung gegenüber gestellt. Beide Bilder wurden im Rahmen der Thermographie-Aktion im Frühjahr 2016 aufgenommen.

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Abb. 2 Haus mit Kerndämmung
Das zweite Bild zeigt den Erfolg der Dämmung besonders deutlich unter den Brüstungen, hinter denen in der Regel Heizkörper angebracht sind, die den Wandbereich von innen aufheizen. Während hier in Abb. 2 Haus mit Kerndämmung eine blaue Einfärbung zu sehen ist, was auf geringeren Wärmeverlust schließen lässt, ist in Abb. 1 Haus … ohne Kerndämmung mit gelber Bildeintönung auf einen höherer Wärmeverlust zu schließen. Unterhalb der Obergeschossdecke in Abb. 2 geht die Färbung wieder ins Grüngelbfleckige über. Die Eigentümer bestätigen hierzu, dass nur eine geringe Zahl von Löchern gebohrt wurden, und deshalb die Vermutung nahe liegt, dass der Dämmstoff nicht in alle Hohlräume gleichmäßig eindringen konnte.

frm Mai 2016

Montag, 14. März 2016

Wärmebildfotos (Thermografie)

Mit Verhandlungsgeschick war es Dr. Ulrich Bogner und Till Eichmann (Eichkamp) gelungen, ein günstiges Angebot der Gasag für Wärmebildfotos (Thermografie) im Siedlungsgebiet zu bekommen. Der Verhandlungserfolg wurde über E-Mail bekannt gemacht und jeder konnte sich melden, damit sein Haus fotografiert wird. Man erhält die Wärmebildaufnahmen in einer Dokumentation. Dazu gibt eine Farbskala Aufschluss, welche Farbe für hohen und niedrigen Wärmaustritt steht. Bei preislich teureren Angeboten wird in den Dokumentationen die exakte Temperatur angegeben, kritische Stellen werden besonders erläutert.

Wärmebildaufnahmen sind eine anschauliche Sache und führen plastisch vor Augen, ob das Haus schon ganz gut dasteht oder ob und wo noch Mangel besteht in der Wärmedämmung. Für den Energieexperten sind sie meist nur Beiwerk, manchmal sogar Augenwischerei für den zu beratenden Kunden. So hatte die Stiftung Warentest 2012 Energieberater getestet und festgestellt, dass manche aus der Zunft in ihr Gutachten viele Wärmebildaufnahmen legten aber nur einen wenige Seite umfassenden textlichen und tabellarische Bericht. Ein aussagekräftiges Energiegutachten kommt kaum mit 30 Seiten aus.

Aber die Wärmebilder haben schon einen Nutzen. So helfen sie dem Laien, das Problem der Wärmebrücken besser zu verstehen: Z.B. sind Fensterstürze oft aus Beton, obwohl das Außenmauerwerk ansonsten aus Ziegeln besteht. Wärme wandert zur Kälte, deswegen Wärmebrücke und nicht Kältebrücke. Der Beton leitet die Wärme besser nach außen als Ziegelsteine. Die Innenseite des Betonsturzes kühlt stärker aus als die Ziegelwand. Auf der Betoninnenseite kondensiert die warme feuchte Innenluft eher als an der Ziegelwand. Dem Energieexperten der Fachrichtungen Hoch- oder Tiefbau sind solche Schwachstellen bestens bekannt. Geht es aber um Pfusch am Bau, können Wärmebildaufnahmen auch für Bauexperten interessant sein: Ist etwa die nachträgliche Kerndämmung einer zweischaligen Wand nicht an alle Stellen des Hohlraum durchgerieselt, müsste dies in einer guten hochwertigen Aufnahme erkennbar sein.

Deswegen war überlegt worden, in der Heerstraßensiedlung die Aktion auf nur wenige Häuser mit und ohne Kerndämmung auszurichten, da ja 200 Häuser der Heerstraßensiedlung in gleicher, zweischaliger Wandbauweise errichtet wurden. Es ist aber nun so, dass wohl kein Haus in der Siedlung in vollem Umfang in ursprünglicher Bauweise erhalten ist. Fast jedes Haus hat einen kleinen Anbau zur Seite oder zum Garten hin bekommen. Entstammen die Anbauten gar der Zeit der großer Wohnungsnot nach dem 2. Weltkrieg, ist oft noch heute mit Schwachstellen in der Dämmung zu rechnen.

Es haben sich etwa 50 Nachbarn aus beiden Siedlungen entschlossen, an der Fotosession teilzunehmen, und so wird die energetische Haussanierung in den Siedlungen wieder etwas Aufwind erhalten haben.

Eine zusammenfassende Analyse der Wärmebildaufnahmen soll am Montag, dem 21.März 2016, 19 Uhr im Haus Eichkamp, Zikadenweg 42a 14055 Berlin gegeben werden. Anschließend wird Detlef Timm von der gleichnamigen Tischlerfirma über Fenster-Aufarbeitung bzw. alternativ den Ersatz der Verglasung durch wärmedämmendes K-Glas vortragen.

Berlin im März 2016 Georg Friedemann

Sonntag, 13. September 2015

Energieprojekt startet

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Die Auftaktveranstaltung zum Energieprojekt Eichkamp/Siedlung Heerstraße am 8. September 2015 war mit rund 70 Teilnehmern gut besucht. Ausführliche Presseberichte finden sich in der Morgenpost hier und im Tagesspiegel hier.

Entscheidend für die erste Phase dieses Zukunftsprojekts ist die möglichst breite und genaue Erfassung von Daten über die Energiesituation in den beiden Siedlungen. Dazu sind alle Bewohner und Nachbarn aufgerufen, einen Fragebogen auszufüllen, der inzwischen an alle Haushalte verteilt wurde. Die Fragen können auch online auf der Homepage des Energieprojekts bearbeitet werden.

Machen Sie mit, nach Auswertung aller Daten geht es dann in die zweite Phase des Projekts, in der über weitere Maßnahmen beraten wird.

Die Homepage http://energie-eichkamp-heerstrasse.de/ wird laufend über den Stand der Entwicklung berichten.

Sonntag, 21. Februar 2010

Immobilien in der Siedlung Heerstraße

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In der Serie "Maklers Lieblingsorte" der Berliner Morgenpost erschien in der Immobilienbeilage am 20. Februar 2010 ein Artikel über unsere Siedlung von Nachbar Günter G. Grundmann. Der Makler hat in seinem Beitrag mit dem Titel "Wo Familien zentral und doch am Wald wohnen" neben einer fachlichen Einschätzung der Immobiliensituation in der Siedlung auch ein engagiertes Bekenntnis zu diesem liebenswürdigen Berliner Vorort abgelegt.

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