Energie

Montag, 25. Juli 2016

Geothermie-Machbarkeitsstudie Eichkamp Heerstraßensiedlung

Vor einem Jahr hat die Bürgerenergievereinigung Eichkamp/Heerstraße eine Machbarkeitsstudie über eine dezentrale Energieversorgung mit regenerativer Energie in beiden Siedlungsgebieten bei der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG und der infas enermetric Consulting GmbH in Auftrag gegeben. In der Abschlusspräsentation von DSK/infas am 11. Juli 2016 im Haus Eichkamp wurde deutlich, dass die Idee der Bürgerenergievereinigung – Energie-mix aus Geothermie und Blockheizkraftwerken (BHKW) – für Eichkamp und die Herrstraßensiedlung realisierbar erscheint und auch vom Energiepreis für die kW-Stunde Wärmeenergie konkurrenzfähig sei – eine hohe End-Teilnehmerzahl vorausgesetzt.

Es waren in diesem Blog Fragen zum Schlussbericht der Studie gestellt worden. DSK/infas hat im Portal Energie Eichkamp Antworten formuliert1). Ein Grundproblem bedarf m.E. jedoch der tiefergehenden Erörterung. Deshalb der folgende Beitrag.
Das 'Energie-mix-Konzept' sieht Folgendes vor: Erdwärme wird an drei Viertel der Häuser in den Siedlungsgebieten geliefert, und zusätzlich wird für die in diesen Häusern notwendigen Wärmepumpen Strom aus den BHKWs geliefert. Das verbleibende Viertel der Häuser wird mit der Wärme versorgt, die bei der Stromerzeugung in den BHKWs quasi als Abfallprodukt erzeugt wird2).
Über ein Netz von Niedertemperatur-Leitungen (NT-Leitungen), verlegt im öffentlichen Straßenraum, wird das Medium (z.B. Grundwasser) mit der Wärme aus der Erde (Geothermie-Wärme) für jedes Haus, das an die gemeinschaftliche Geothermie-Wärmeversorgung angeschlossen werden soll, bereitgestellt.
Die Geothermie-Wärme aus 23 m Tiefe hat eine Temperatur von ca. 10 °C. Mit dieser Temperatur kann keine Zimmertemperatur erreicht werden. Es wird eine Wärmepumpe für jedes Haus oder Hausgruppe benötigt. Damit die Wärmepumpe arbeiten kann, benötigt sie Strom. Allgemein gilt, dass eine Wärmepumpe mit Strom aus dem öffentlichen Netz die Geothermie-Wärme wirtschaftlich auf 30 bis 35 °C bringen kann. Das reicht aus für Neubauten, die entsprechend der Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) wärmegedämmt und mit Fußbodenheizung oder Flächenheizkörpern ausgerüstet sind. Rentabel wird dies, weil eine Wärmepumpe mit 1 kW Strom etwa 4 kW Wärmeenergie erzeugen kann bei einem Temperaturhub der Wärmepumpe um 20 bis 25 ° C3).
In unseren Altbauten ist aber in aller Regel eine höhere Temperatur für die Belieferung der Heizkörper (Vorlauf) nötig. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Rücklauf aus dem Warmwasserkreislauf (Zirkulationsleitung) nicht unter 55° C sinkt – zum Schutze vor Legionellen.
DSK/infas schreibt dazu schon im Zwischenbericht in ihrem Energie-Portal1): „Die Wärmepumpen können ohne Probleme Vorlauftemperaturen von 60 °C bereitstellen.“ Diese 60° C Wärmepumpenleistung zu erreichen, ist aber mit kommerziell angebotenem Strom nicht rentabel. Da kommen die BHKWs ins Spiel. So soll zu den im Straßenraum verlegten NT-Leitungen noch Elektrokabel verlegt werden. Über diese Kabel können die Wärmepumpen mit billigem Strom aus den gemeinschaftlichen BHKWs versorgt werden.
Wie aber von DSK/infas festgestellt, benötigen viele Heizungen und hauszentrale Warmwasserversorgungen in den Siedlungshäusern zurzeit noch höhere Vorlauftemperaturen. Um diesen Temperatur-Mehrbedarf zu reduzieren, heißt es bei DSK/infas1): „Hierfür gibt es mehrere technische Möglichkeiten. Von der Einstellung flacherer Heizkurven in der Heizkreisregelung bis hin zum Einbau von Flächenheizungen oder Radiatoren mit kleinen Lüftern.“ Inwiefern mit flacheren Heizkurven nachhaltig der Energiebedarf verringert werden kann, erschließt sich nicht aus den Ausführungen von DSK/infas. Die Umrüstung auf Flächenheizkörper und Radiatoren mit kleinen Lüftern, also Ventilatoren, wird nicht jedermanns Sache sein.
Es wird wohl davon auszugehen sein, dass in unseren Altbauten überwiegend eine Vorlauftemperatur bis zu 60 °C benötigt wird. Die Wärmepumpen müssen dann die Geothermie-Wärme nicht nur von 10° auf 30 bis 35°C, sondern auf 50 bis 60 °C aufwärmen. Dafür benötigen die Wärmepumpen sehr viel Strom. In einer Fachveröffentlichung heißt es dazu4):
„Technisch ist es ohne weiteres möglich, 80 °C und mehr mit einer Wärmepumpe zu erzeugen. Wirtschaftlich macht es keinen Sinn! Grob kann von der Formel ausgegangen werden, dass jedes Grad mehr an Temperaturhub etwa 3% mehr an elektrischer Energie kostet. Es kann nicht deutlich genug gesagt werden: Runter mit den Vorlauftemperaturen, mit allen vertretbaren Mitteln!“
Soll eine Wärmepumpe 60 °C liefern, muss wohl in Kälteperioden mit 60 bis 75 % mehr Strom gerechnet werden (weiterer Temperaturhub um 20 bis 25 °C mal 3% = 60 bis 75 %). Bei diesem Temperaturhub wird mit 1 kW elektrischer Energie nicht 4 kW Wärmeenergie, sondern vermutlich nur 1 kW Wärmeenergie erzeugt, was den ökologischen Nutzen des Projekts in Frage stellt. Es ist ähnlich wie mit dem Auto: Liegt der Benzinverbrauch bei einer Fahrt mit 130 km/h bei 5 ltr. je 100 km, wird er bei 180 km/h bei 8 bis 10 ltr. je 100 km liegen. So könnte sich im Einzelfall das Energie-mix-Konzept nur deshalb rechnen, weil der genossenschaftlich erzeugte BHKW-Strom weniger mit Steuern und Abgaben (dreiviertel des Strompreises!) belastet ist. Leider wurde diese wichtige Thematik aus der Diskussion ausgeklammert.
Wenn der Wärmebedarf und damit der benötigte Strom gesenkt werden soll, wird jeder Energieberater vermutlich erst mal Wärmedämmung empfehlen5). Mit Wärmedämmung ist ja zugleich auch eine weitere Energie- und damit Kostensenkung verbunden, und einige Dämmungsmaßnahmen sind ohnehin bei Sanierung, Dachausbau oder Eigentümerwechsel laut EnEV Pflicht. DSK/infas ermittelte für die Siedlungshäuser einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 155 kW/m² und Jahr. In welchem Umfang in Wärmedämmung und technische Maßnahmen investiert werden soll, um dafür dauerhaft geringeren Stromverbrauch zu erzielen, wird von jedem Teilnehmer abzuwägen sein. Ein seriöser Energieberater kann da von Nutzen sein6).

Nun ist noch für ein Viertel der Häuser die Wärmeenergieversorgung offen: Diese Häuser sollen nicht mit Geothermie-Wärme, sondern mit der Wärme beliefert werden, die in den BHKWs bei der Stromerzeugung entsteht. Das Wärmeversorgungskonzept für die Siedlungsbereiche sieht vor, im näheren Umfeld der Blockheizkraftwerke zusätzlich Hochtemperatur-Leitungen (HT-Leitungen) im Straßenraum zu verlegt für die Zuleitung der Abwärme aus den BHKWs. Die Temperatur der BHKW-Wärme kann spielend 80 °C erreichen. HT-Leitungen müssen gut wärmegedämmt werden. Die Leitungsführung über längere Strecken ist unrentabel. Deswegen kommen für die BHKW-Wärme nur Häuser in Frage, die in räumlicher Nähe zu den BHKWs liegen.
Für die mit BHKW-Wärme zu versorgenden Häuser werden keine Wärmepumpen benötigt, Heizkörpervergrößerung ist nicht nötig und zusätzliche Wärmedämmung muss nur für den sparsamen BHKW-Wärme-Nutzer empfohlen werden. (Vorrang für BHKW-Wärme sollten Siedlungsbereiche haben, für die eine ausreichende Wärmedämmung aus bautechnischen Gründen und wegen des Denkmalschutzes schwierig ist.)

Weitere Fragen:
Bis zur Ergebnispräsentation war offen, ob genossenschaftliche Wärme- und Stromleitungen im öffentlichen Straßenraum verlegt werden dürfen. Doch der Bezirksstadtrat für … Umwelt von Charlottenburg-Wilmersdorf, Herr Schruoffeneger (Die Grünen), konnte bestätigen, dass diese Genehmigung erteilt werden wird. In den Zeichnungen der DSK/infas war zu erkennen, dass die Brunnen für die Geothermie-Wärmegewinnung ebenfalls im Straßenraum eingezeichnet waren.
• Ob die zugesagte Genehmigung für die Verlegung der Wärme- und Stromleitungen im öffentlichen Straßenraum auch für die Brunnen im Straßenraum gilt, ist offen geblieben.
Ein BHKW sollte aus technisch-wirtschaftlichen Gründen das ganze Jahr über in Betrieb sein. Was geschieht mit nicht benötigter BHKW-Wärme und BHKW-Strom im Sommer?
• Hier sei zu hoffen auf die Einbeziehung der öffentlichen Gebäude, die in der Regel auch im Sommer moderaten Energiebedarf haben.
Welche Mindestteilnahme ist erforderlich für den Start des Projekts?
• DSK/infas gehen davon aus, dass nötigenfalls mit der einen oder anderen benachbarten Häusergruppen im Kleinen begonnen werden kann. Wenn dann die Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit des Konzepts den Praxistest bestanden hat, wird die sukzessive Erweiterung Zuspruch finden. Der Beginn im Kleinen erfordert aber eine Anschubfinanzierung, die noch zu akquirieren ist.
Die Bezirksverordneten-Versammlung Berlin-Charlottenburg hat positiv zu dem Vorhaben Stellung genommen. Es bleibt zu wünschen, dass die Studie alsbald zugänglich gemacht wird und eine unabhängige kompetente Institution oder Person die Studie evaluiert.

Georg Friedemann, 22. Juli 2016

1) siehe: http://energie-eichkamp-heerstrasse.de/fragen-antworten/
2) Wird nicht nur Strom, sondern auch Wärme eines (Blockheiz-) Kraftwerks genutzt, sprechen die Fachleute von Kraftwärmekopplung (KWK).
3) siehe: http://www.jahresarbeitszahlen.info/index.php/jahresarbeitszahl/definition
4) siehe http://www.jahresarbeitszahlen.info/index.php/einfluesse/temperaturhub
5) Eine Möglichkeit der Wärmedämmung für die in der Heerstraßensiedlung typischen zweischaligen Fassaden wurde bereits in diesem Blog erörtert: http://blogsiedlungheerstrasse.twoday.net/20160420/
6) Angebote zur Energieberatung in diesem Blog: http://blogsiedlungheerstrasse.twoday.net/20160411/

Mittwoch, 13. Juli 2016

Unser Energieprojekt in der Abendschau

energierbb

Liebe Nachbarn,

unser Energieprojekt findet eine erfreuliche berlinweite Resonanz. Wer den Abendschau-Beitrag des rbb vom 11.07. verpasst hat, kann ihn hier noch einmal anschauen.
Nach der gut besuchten Veranstaltung am Montag 11.7. möchten wir - wie versprochen - nochmals auf das Angebot einer energetische Beratung durch die Verbraucherzentrale Berlin hinweisen und möglichst viele ermutigen, diese Maßnahme für ihr Haus durchführen zu lassen. Sie wird vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördert und zu äußerst günstigen Konditionen angeboten. Ein Detail-Check eines Hauses mit einem umfassenden Bericht kostet 40 € (Hinweis auf Projekt Energiegenossenschaft Eichkamp-Siedlung Heerstraße).

Terminvereinbarung unter dieser Internetadresse.

Uta Bauer + Ulrich Bogner

Mittwoch, 20. April 2016

Wärmedämmung der Fassaden in der Siedlung Heerstraße

Ein neuralgischer Punkt für unsere denkmalgeschützten Häuser ist die Wärmedämmung der Fassaden. Immerhin gilt, dass neben der Dachfläche die Außenwände den größten Wärmeverlust bei Ein- und Zweifamilienhäusern verursachen.
Der Maßstab für den Wärmeverlust (Wärmedurchgangswiderstand) eines Bauelements, wie z.B. der Außenwand, ist der Wärmedurchlass-Koeffizient, üblicherweise bezeichnet als U-Wert. Zur Ermittlung der im Folgenden genannten U-Wert-Beispiele ist das Internet-Tool „U-Wert.net“ verwendet worden. Hier können für das zu berechnende Bauteil die Bau- und Dämmstoffe aus einer umfangreichen, teils kommentierten Sammlung ausgewählt und deren Wandstärken eingegeben werden. Automatisch erscheinen die Eingaben grafisch am Bildschirm, der ermittelte U-Wert wird angegeben und es werden weitere berechnete bauphysikalischen Werte in Diagrammen dargestellt. Das Ergebnis kann in einer PDF gespeichert werden.
Für Außenwände schreibt die Anlage 3 zu § 8 und § 9 EnEV 2014 (Energieeinspar-verordnung 2014) vor, dass etwa bei Außenputzerneuerung zugleich eine Wärmedämmung vorzusehen ist, mit der der U-Wert auf 0,24 W/m²K abgesenkt werden kann. Ohne Dämmung hat eine 30 cm starke Wand einen U-Wert zwischen ca. 1,38 bis ca. 1.93 W/m²K – je nachdem von welchem spezifischen Gewicht der Vollziegelsteine man ausgeht. Im Folgenden wird ein spezifisches Gewicht der Ziegel von rd. 1.600 kg/m³ angenommen: Die Ziegelsteinwände von 30 cm Dicke haben dementsprechend einen U-Wert von ca. 1,55 W/m²K.
Von den 250 Häusern des denkmalgeschützten Ensembles der Siedlung Heerstraße sind ca. 200 Häuser weitgehend in ursprünglicher Bauweise erhalten.
An diesen Häusern eine Außenwanddämmung von mind. 12 cm anzubringen, wie es die Anforderungen der EnEV 2014 verlangen, oder gar von 16 cm, um den Förderungsbestimmungen der KfW für Einzelmaßnahmen (U-Wert hie r= 0,20 W/m²K) zu entsprechen, ist wegen des Denkmalschutzes nicht möglich, und eine Innendämmung kann eine recht ungemütliche Maßnahme sein, die auch bauphysikalisch nicht zu empfehlen ist.
Aber es gibt neben Außen- und Innendämmung eine dritte Möglichkeit. Ist die ursprüngliche Bausubstanz der Häuser noch erhalten, haben die Außenwände zwei Schalen und mittig eine Hohlschicht (siehe Abbildung 1). Der U-Wert der zweischaligen 30er Wand mit einem Hohlraum von 7 cm und einer ruhenden Luftschicht liegt etwas niedriger, nämlich bei ca. 1,4 W/m²K, weil Luft eine geringe Wärmeleitfähigkeit als Mauerwerk hat und somit besser dämmt.
1n
Abb. 1 Regelaufbau der Außenwand im EG und OG des denkmalgeschützten Ensembles der Siedlung Heerstraße.“
Die zweischalige Wand könnte aber noch besser dämmen. In der Hohlschicht von 7 cm kann die Luft zirkulieren. An der Fläche zum geheizten Innenraum erwärmt sich die Luft und kühlt sich an der Seite zum kalten Außenbereich ab, so dass der Wärmeschutz der Luft zum großen Teil wieder aufgehoben wird. Erst bei einer Luftschichtdicke von weniger als 2 cm scheitert die Luftzirkulation an dem Reibungswiderstand zwischen der warmen, nach oben strebenden Luftschicht und der kalten Luftschicht, die nach unten sinken möchte. In unserem Falle stehen aber 7 cm zur Verfügung und da können sich die Luftschichten gut aneinander vorbei bewegen und verstärkt Wärme transportieren.
Um die Luftzirkulation weitgehend zu unterbinden, kann man eine sogenannte Kerndämmung einbringen. In die Hohlräume werden Körner oder Flocken aus hierfür zugelassenem Dämmmaterial eingeblasen.Vor der Ausführung sollte in jedem Fall eine umfassende Bestandsaufnahme der örtlichen Situation stehen. Im Wesentlichen geht es darum, das Eindringen von Feuchte in den Wandquerschnitt von außen zu begrenzen bzw. bei eingedrungener Feuchte eine Austrocknung zu gewährleisten. Die Bestandsaufnahme umfasst u. a. eine Klärung der Dicke und des Aufbaus der Außenwand sowie das Feststellen einer möglichen Schlagregenbelastung. Bei einer verputzten Mauerwerkswand sind die Beschichtung (Farbe), Verschmutzung und eventuelle Putzrisse genau zu prüfen. Ein Schlagregenschutz nach DIN 4109-3 sollte grundsätzlich gegeben sein.
Mit einer Kerndämmung kann je nach Dämmstoff der U-Wert auf Werte von rd. 0,6 /m²K gesenkt werden. Der EnEV-Wert von 0,24 W/m²K kann allerdings nicht erreicht werden. Das ist dem Denkmalschutz geschuldet, der Ausnahmen von der EnEV zulässt.
3n
Abb. 2 Regelaufbau der Außenwand im EG und OG des denkmalgeschützten Ensembles der Siedlung Heerstraße mit Kerndämmung.“
Der U-Wert von rd. 0,6 W/m²K gilt nur für die zweischaligen Wandbereiche. Im Bereich der Geschossdecken (Auflager), Fensterstürze und evtl. Gebäudeecken werden vermutlich keine Hohlräume sein (siehe Abbildung 3) – im Unterschied zu den in Norddeutschland oft vorgesetzten Schalen aus Sichtmauerwerk. Für diese Wandbereiche ohne Hohlschicht muss der U-Wert 1,55 W/m²K für ungedämmtes 30er Vollziegelmauerwerk verwendet werden.
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Abb. 3 Vorderansicht der Gebäude. Gelb markiert sind die Bereiche, in denen eine Hohlschicht zu vermuten ist.
Zu befürchten ist, dass in der Heerstraßensiedlung die Kerndämmung nicht für alle Häuser ursprünglicher Bauweise möglich ist. DSK/infas hat in der Heerstraßensiedlung 249 Häuser gezählt. Davon bleiben nach Abzug der Häuser, die nicht in ursprünglicher Bauweise erhalten oder gebaut sind, noch ca. 200 Häuser. Nach Auskunft eines Nachbarn eines Hauses, das 1921 (I. Bauabschnitt) gebaut wurde, sind hier die Hohlräume der Außenwände mit Schlacke gefüllt. Dies könnte auf alle 37 Häuser des I. Bauabschnitts, Baujahr 1921, im Nordwestteil der Siedlung zutreffen. Diese Schlackewände haben einen U-Wert von 1,2 W/m²K. Eine zusätzliche Kerndämmung wird hier nicht möglich sein.
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Für die Kerndämmung ist mit Preisen je Quadratmeter von 25 bis 30 € zu rechnen. In die Wände werden vorzugsweise von außen Löcher im Durchmesser von ca. 2,5 cm gebohrt. Dann wird mit einer Sonde der Hohlraum geprüft. Eingeblasen wird ein für Kerndämmung zugelassener Dammstoff mit einem Lamda-Wert von λ = 0,035 W/mK oder niedriger. Ein Erfahrungsbericht aus der Heerstraßensiedlung hat bestätigt, dass die Wände in einigen Steinlagen durchgemauert, also ohne Hohlschicht ausgeführt sind. So genügt es nicht, im Obergeschoss zu verfüllen. Es wird auch im Erdgeschoss unterhalb der Obergeschossdecke bzw. der Fensterstürze für die Verfüllung von Dämmstoff neu angesetzt werden müssen. Schließlich sollte oberhalb der Geschossdecken mit zusätzlichen Bohrungen geprüft werden, ob sich der Zwischenraum mit Dämmstoff gefüllt hat. Auch könnte das errechnete Volumen der Zwischenräume mit dem Volumen des verfüllten Dämmstoffs verglichen werden nicht zuletzt auch, damit eine korrekte Berechnung und Prüfung der erbrachten Leistungen erfolgen kann. Die Bohrlöcher werden fachgerecht verschlossen mit optisch dem Verputz entsprechendem Material. Die Baumaßnahme sollte innerhalb eines Tages zu bewältigen sein. Es ist nicht falsch, die Maßnahme von einem energetisch versierten Baufachmann oder Energieberater überwachen zu lassen.
Ich danke Herrn Dipl.-Geophysiker Henning, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (bundesweite Projekte), Berater bei der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Energieberatung der Verbraucherzentrale, für die fachliche Durchsicht des Textes und die wertvollen Hinweise.
Georg Friedemann
April 2016

Verweise auf Links zum Text:
U-Wert.net: https://www.u-wert.net/?lv=1
Anlage 3 zu § 9 EnEV 2014: http://www.enev-online.com/enev_2014_volltext/anlage_03_anforderungen_aenderung_aussenbauteile_bestand.htm#Anlage%203_Nr_1._Au%DFenw%E4nde
Kerndämmung: http://www.ipeg-institut.de/files/kernd__mmung_von_hohlw__nden_neu_hp.pdf
Energieberatung der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/aktion_Heiz-Check.php und http://blogsiedlungheerstrasse.twoday.net/20160411/

Siehe auch Wärmebild-Interpretationen: http://blogsiedlungheerstrasse.twoday.net/topics/Häuser/

Montag, 11. April 2016

Angebote zur Energieberatung

Auf Initiative des Arbeitskreises Energie Eichkamp-Heerstraße wurde am 21. März 2016 im Haus Eichkamp das Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Berlin e.V. vorgestellt.

Herr Roland Scharathow, der Projektkoordinator Energie der Verbraucherzentrale, erläuterte selbst vier wichtigsten Beratungsangebote des Programms. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Energieberatung der Verbraucherzentrale, daher können die Beratungen sehr kostengünstig angeboten werden.
Der BasisCheck für richtiges Heizen und Lüften oder die Prüfung des Stromverbrauchs – für 10 €
Der GebäudeCheck für die Gebäudehülle (Außenwände, Fenster, Türen, Dach) sowie die Heizungsanlage (Wärmeerzeuger und Verteilsystem) – für 20 € und
der HeizCheck (nur in der Heizperiode und für die Heizungsarten Brennwert/Niedertemperatur Gas/Öl, Fernwärme und Wärmepumpe) mit Vergleichsmessungen der Heizleistung an zwei Tagen – für 30 € sowie
die individuelle Einzelfallberatung in Form des „Details-Checks“ („Wir kommen zu Ihnen“) - für 40 €
Was die einzelnen Checks genauer bieten, kann im Internet nachgelesen werden:
https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
Jeder kann sich bei Interesse an die dort angegebene kostenlose Hotline wenden. Für Interessenten aus den Siedlungen Eichkamp und Heerstraße ist aber empfehlenswert, insbesondere wenn es um die individuelle Einzelfallberatung geht, sich direkt an die Verbraucherzentrale Berlin zu wenden:
Roland Scharathow 

Projektkoordinator Energie 

Verbraucherzentrale Berlin e.V. 

Hardenbergplatz 2
10623 Berlin 

Telefon: 030 21 485-226
E-Mail: scharathow@vz-bln.de
Internet: www.vz-bln.de


Herr Scharathow wird eine/n der Energieberater/in der Verbraucherzentrale vermitteln, die oder der sich bereits auf die speziellen Gegebenheiten der Häuser in beiden Siedlungen eingestellt haben.

Die Beratungen der Verbraucherzentrale schließen auch erste Hinweise auf Fördermöglichkeiten und bauliche Maßnahmen mit ein.

en-1
Eine weitergehende Energie- und Bauberatung bietet die Verbraucherzentrale nicht an, sollte aber insbesondere dann in Anspruch genommen werden, wenn
• ein neuer Heizkessel fällig ist oder bauliche Maßnahmen zur Energieeinsparung ins Auge gefasst werden sollten oder
• im Zuge geplanter Sanierungsmaßnahmen (z.B. Dachausbau) energetische Aspekte wie Wärmedämmung und oder technische Maßnahmen zur Energieeinsparung in eine Sanierung einbezogen werden sollen oder aufgrund der Energiesparverordnung (EnEV) einbezogen werden müssen.
Möchte man einen Kredit oder Zuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder vom Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch nehmen, ist eine Energieberatung Pflicht. Professionelle Energieberater, eine Vertrauensperson wie der Hausarzt oder der Anwalt, findet man auf der Expertenliste der Deutschen Energieagentur (dema). Die Liste wird geführt unter:
https://www.energie-effizienz-experten.de/sie-sindbauherr/expertensuche/
Auf dieser Liste ist auch vermerkt, ob ein Energieberater zusätzlich für denkmalgeschützte Bauten zertifiziert ist. Kann wegen Denkmalschutz nicht ausreichend Wärme gedämmt werden, muss dies der für Denkmalschutz ausgewiesenen Energieberater gegenüber der fördernden KfW bzw. BAFA bestätigen. Im Umkreis von 20 km um die Siedlung weist die dema-Liste 30 Energieberater aus, die auch für Baudenkmale zugelassen sind. Das Honorar des Energieberaters für eine Vor-Ort-Beratung gemäß Anlage 1 der Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bezuschusst das BAFA mit bis zu 60% bis höchstens 800 €.
Es gibt noch das Berliner Förderprogramm „eneo“ (Energieberatung für Effizienz und Optimierung), das z.B. für eine Vor-Ort-Beratung zusätzlich in Anspruch genommen werden kann. Damit kann der Zuschuss zum Honorar des Energieberaters um weitere 500 € bis maximal 90 % Förderung insgesamt aufgestockt werden. Bedingung ist hier, dass ein bei der IBB Bussines Team GmbH gelisteter Energieberater beauftragt wird. Bei der IBB sind 12 Berliner Energieberater gelistet, 6 davon mit Zertifizierung für Denkmale. Laut IBB-Auskunft beläuft sich das Honorar in der Größenordnung von 1.450 € bis 1.600 € für ein mittleres Einfamilienhaus.
Die Förderanträge an die KfW und an die eneo müssen vorab gestellt und genehmigt werden.
31. März 2016 frm

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